Warum ist der bittere Geschmack so wichtig für unsere Gesundheit?

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Alltäglicher Stress erlaubt es uns nicht immer, Frühstück, Mittag- und Abendessen selbst zuzubereiten. Deshalb greifen wir oft zu Fertiggerichten und Instantprodukten. Die Hauptgeschmacksrichtungen dieses Essens sind süß und salzig, seltener sauer und würzig. Und nur der bittere Geschmack, der für unsere Gesundheit am wichtigsten ist, ist in den verzehrfertigen Lebensmitteln praktisch nicht vorhanden. Manche Menschen greifen wenigstens noch zu Nahrungsmittelergänzungen wie Zinkkapseln oder Vitamin C Tabletten, um Ihren täglichen Bedarf an Mikronährstoffen zu decken, aber auch diese Präparate besitzen nicht die Kraft des Geschmacks,

Die Lebensmittelindustrie ist sehr bemüht, den bitteren Geschmack von Fertigprodukten zu reduzieren. Bei der Verarbeitung von Gemüse, Obst und Beeren werden Filter und Adsorptionsmittel, Chemikalien und Enzyme eingesetzt. Salz wird Soßen, Chips und Fertigsuppen zugesetzt und Zucker den Softdrinks. In der Landwirtschaft werden viele Jahre damit verbracht, Pflanzen zu züchten und genetisch zu verändern, um auch nur ein bisschen Bitterkeit zu entfernen.

Historische Entwicklung des bitteren Geschmacks

Die Empfindlichkeit für Bitterkeit entwickelte sich bei den Menschen in der Steinzeit, als der Mensch noch ein Sammler war. Dadurch war es möglich, nicht nur essbare, sondern auch potenziell gefährliche unreife Früchte und Wurzeln zu erkennen. Die erworbene Fähigkeit, den bitteren Geschmack sofort zu bemerken, wurde auf genetischer Ebene fixiert und begann, an die nächste Generation weitergegeben zu werden. Die Geschmacksempfindungen von Bitterkeit werden von verschiedenen Rezeptoren bereitgestellt. Diese Rezeptoren sind längliche Zellen, die sich im Epithel des Mundes an den Geschmacksknospen der Zunge, des weichen Gaumens und des Rachens befinden. Darüber hinaus ist der Bereich der Bitterkeit auf der Zunge größer als die Bereiche, die für die Definition von süß, salzig und sauer zuständig sind. Im Speichel gelöste Nahrungsmoleküle gelangen durch spezielle Poren in die Zellen der Geschmacksknospen und die Informationen werden dann an einen speziellen Bereich der Großhirnrinde weitergeleitet.

Fast jede vierte Person hat mehr bittere Geschmacksknospen als der Durchschnitt. Außerdem sind diese Rezeptoren bei Frauen empfindlicher als bei Männern. Sie schmecken Bitterstoffe in Getränken und Speisen, die Männer das oft gar nicht bemerken. Und das ist ganz natürlich, denn Frauen sind seit jeher für die Ernährung der Familie zuständig!

Bei Kindern besteht eine besondere Überempfindlichkeit gegenüber Bitterstoffen. Aber während der Pubertät beginnt die Intoleranz gegenüber diesem Geschmack zu schwächeln. Und wir entdecken Tee und Kaffee, Zitronen und Grapefruits, Wein und Bier. Der Alarm wird weniger stark ausgeprägt.

Die gesundheitlichen Vorteile von Bitterstoffen

Man hat jetzt entdeckt, dass die meisten der nützlichen organischen Verbindungen, die in Gemüse, einigen Beeren und Früchten vorkommen, einen bitteren Geschmack haben. Fast alle von ihnen haben antikarzinogene und entzündungshemmende Eigenschaften und können somit Erkrankungen vorbeugen.

Sie müssen die Verwendung von Gewürzen beim Kochen erhöhen, die Menge an zugesetztem Zucker in Ihrem Kaffee und Tee reduzieren und traditionelle Gerichte mit gesundem Gemüse ergänzen.

Es ist besonders wichtig, bittere Lebensmittel als etwas Positives bei Kindern darzustellen und Ihnen die gesundheitsfördernden Eigenschaften zu erklären.

Sie können Obst in Kindersalate geben, sie mit geriebenen Nüssen oder gerösteten Sesamsamen bestreuen und Joghurt mit Zimt und Honig als Würze verwenden. Es bietet sich an, Smoothie zuzubereiten. In Stücke geschnittenes Gemüse mit ungewöhnlicher Form kann im Ofen gebacken und mit Obstscheiben garniert werden. Besser noch: Verhindern Sie die Bildung schlechter Geschmacksgewohnheiten beim Kind im Allgemeinen!

Geschmack bildet sich schon im Mutterleib

Französische Wissenschaftler haben gezeigt, dass Geschmackspräferenzen während der Schwangerschaft gebildet werden. Die Produkte, die eine werdende Mutter zu sich nimmt, beeinflussen den Geschmack der Flüssigkeit, in der der Fötus schwimmt. Nach der Geburt, wenn die Fütterung beginnt, wird das Baby gesundes Obst und Gemüse mögen.
Bitterstoffe aktivieren die Verdauung der Nahrung und kommen dem Sättigungsgefühl entgegen. All dies hilft, den Appetit zu kontrollieren und das Körpergewicht zu regulieren. Unter dem Einfluss der Bitterstoffen werden mehr Speichel, Magensaft und Enzyme freigesetzt und auch die Darmmuskulatur wird aktiviert. Kleine Mengen von Bitterstoffen regen den Appetit an.

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